Antrag 27/II/2018 „Wer nicht gezählt wird, zählt nicht“ – Erhebung von Grunddaten im Antidiskriminierungs- und Gleichstellungskontext

Status:
Erledigt

Wir fordern den SPD-Landesvorstand auf, eine Erhebung unter den Genoss*innen der SPD Berlin mit dem Ziel vorzunehmen, Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsdaten zu erheben. Dabei geht es nicht nur um die Erhebung des Migrationshintergrundes, sondern die Feststellung rassistischer Diskriminierungserfahrungen.

Begründung:
Es fehlen zuverlässige Daten über Diskriminierung in der Einwanderungsgesellschaft. Für die Erfassung der Vielfalt in der Einwanderungsgesellschaft wird vor allem der Migrationshintergrund herangezogen. Diese ist nicht unbedingt deckungsgleich mit der individuellenethnischen Selbst- und Fremdverortungen, sondern ein statistisches Konstrukt des Statistischen Bundesamtes. Was der Migrationshintergrund nicht verrät, sind zum Beispiel Nachkommen der ehemaligen Einwanderer*innen in der 3. und 4. Generation. Das heißt, der Migrationshintergrund gibt nur bedingt Auskunft über die Vielfalt in der Gesellschaft und darüber, ob jemand diskriminiert und benachteiligt wird. Seit 2005 umfasst der Migrationshintergrund Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte der 1. oder 2. Generation. Die Definition des Statistischen Bundesamtes lautet: „Eine Person hat dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren ist. Zu den Personen mit Migrationshintergrund gehören im Einzelnen Ausländer, (Spät-)Aussiedler und Eingebürgerte. Ebenso dazu gehören Personen, die zwar mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren sind, bei denen aber mindestens ein Elternteil Ausländer, (Spät-)Aussiedler oder eingebürgert ist. Im Einwanderungsland USA ist es aus gleichstellungspolitischen Gründen gängig, ethnische Selbst- und Fremdzuschreibungen wie auch Diskriminierungserfahrungen zu erheben. Der Kreisvorstand der AG Migration und Vielfalt in der SPD Berlin – Mitte empfiehlt, solche Daten für die SPD Berlin erheben zu lassen.
Empfehlung der Antragskommission:
Erledigt bei Annahme 01/II/2018 (Konsens)
Version der Antragskommission:
Anmerkungen KSH: