Antrag 160/II/2018 Unabhängige Beratungsstelle für Ratsuchende mit ausländischen Berufsabschlüssen zum und durch das Anerkennungsverfahren

Die sozialdemokratischen Mitglieder des  Abgeordnetenhauses werden aufgefordert, sich für die Schaffung und Förderung einer weiteren unabhängigen Beratungsstelle für Ratsuchende mit ausländischen Berufsabschlüssen zum und durch das Anerkennungsverfahren einzusetzen. Insbesondere soll der §19 Absatz 4 des Landesgesetzes über die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen soll gestrichen werden. Land Berlin muss den Rechtsanspruch zur Beratung im Anerkennungsverfahren durch Regelangebote sicherstellen.

 

Für den erforderlichen Finanzierungsbedarf für die Schaffung und Aufrechterhaltung soll im Landeshaushalt 2019/20 Vorsorge getroffen werden, so dass eine entsprechende Stelle ausgestattet werden kann.

 

Die Zielsetzung soll sein, unabhängige und vertrauliche Fachberatung, Informationen zu Ablauf, Kosten und Dauer des Verfahrens, Unterstützung bei der Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen und Empfehlungen zum Referenzberuf, Verweis an die zuständige Stelle im Anerkennungsverfahren, Beratung zu Qualifizierungsmöglichkeiten zur Erlangung der beruflichen Anerkennung, Unterstützung bei der Recherche zu Ausgleichsmaßnahmen bei Teilanerkennungen, Unterstützung bei der Suche nach weiterführenden Beratungsangeboten, falls eine Anerkennung nicht in Betracht kommt sowie Beratung in mehreren Sprachen durch einen unabhängigen Träger zu gewährleisten.

Begründung:
Zurzeit tragen gerade drei Netzwerkpartner des Landesnetzwerks Berlin im Rahmen des Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung (IQ)", namentlich der Otto Benecke Stiftung e.V., der Türkischer Bund in Berlin Brandenburg e.V. und der Club Dialog e.V., die gerade drei Beratungsstellen zu ausländischen Berufsabschlüssen bzw. zum und durch das Anerkennungsverfahren.   Für Deutschland und die Stadt Berlin im Speziellen ist die Zuwanderung und vor allem die Integration von Fachkräften in den Arbeitsmarkt von immenser ökonomischer, aber auch sozialer, Bedeutung. Berlin ist auch für AusländerInnen attraktiv, was dazu führt, dass alleine Ende 2016 55.000 mehr Personen im Ausländerzentralregister gemeldet waren, als im Vorjahr. Berlin kann sich nicht leisten auf potentielle Fachkräfte zu verzichten und die Talente, auch nicht mittelfristig, brachliegen zu lassen.   Um die Zugewanderten schnellstmöglich bei ihren Integrationsbemühungen zu unterstützen, braucht es entsprechend weitere Beratungsmöglichkeiten in Form einer weiteren Beratungsstelle für Ratsuchende mit ausländischen Berufsabschlüssen zum und durch das Anerkennungsverfahren.
Empfehlung der Antragskommission:
Überweisen an: AG Fraktionsvorsitzende (Konsens)