Antrag 87/I/2018 Schulsozialarbeit an Beruflichen Schulen 


Status:
Annahme

Die Mitglieder der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus und die zuständigen sozialdemokratischen Mitglieder im Berliner Senat werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Zumessungsrichtlinien für Erzieher- und Sozialarbeiter-/Innen der allgemeinbildenden Berliner Schulen für den Bereich der Beruflichen Bildung als Mindestregelung angewendet werden.

Begründung:
Verwaltungsvorschriften für die Zumessung von Erzieher/innen und Sozialarbeiter/innen, Pädagogische Unterrichtshilfen und Betreuer/innen (weiteres pädagogisches Personal) an öffentlichen allgemein bildenden Schulen und Internaten sehen diese bisher nicht oder nur in unzureichenden Maße vor.   Die positive Entwicklung in der Bemessung der Schulsozialarbeiter in den allgemeinbildenden Schulen vernachlässigt die Situation der Berufsbildenden Schulen. Schüler*innen des OSZs sind, gleich ob in der Dualen Ausbildung oder in einem vollschulischen Bildungsgang mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Abgeleitet aus der Entwicklungsphase der SuS ergeben sich für diese neben den schulischen Anforderungen neue für diese zum Teil hochkomplexe Herausforderungen.   Wie schwerwiegend diese für die SuS sind, kann man an den Abbruchzahlen des ersten Lehrjahres und ersten Jahres in einer vollschulischen Ausbildung ableiten. In einzelnen Bildungsgängen erreichen weniger als 50% das Ende des ersten Jahres. Dies gilt besonders in Ausbildungen mit geringen Eingangsqualifikationen.   Der Abbruch der Ausbildung oder der Wechsel der Ausbildungsstätte wird in vielen Fällen von den Schüler*innen mit Konflikten in der Arbeitsstätte begründet oder mit hohen bürokratischen Aufwand, den die SuS beim Beantragen von Förderungen und Hilfen seitens der Behörden ausgesetzt sind. Dies ergibt sich auch aus den Rechenschaftsberichten der Vertrauenslehrer an den Oberstufenzentren, die dies nur sehr begrenzt auffangen können. Eine Unterstützung durch Stellen für Schulsozialarbeiter wäre deshalb erstrebenswert.   Diese Erkenntnis hat sicher auch dazu beigetragen, dass für den neuen Ausbildungsgang BAM (Berliner Ausbildungsmodell) im Schulversuch jeweils eine Schulsozialarbeiterposition vorgesehen ist. Im Bereich der Altenpflegehelfer, bei den keine zusätzliche Schulsozialarbeiterstelle vorgesehen ist, wird derzeit die Arbeit von der Abteilungsleitung übernommen, die bei Konflikten mit Behörden und Praktikumsstellen vermittelt.   Des Weiteren ist zu bedenken, dass speziell Schülerinnen und Schüler, die auf dem ersten Ausbildungsmarkt keine Chance haben, in den Vollzeitbildungsgängen und trägergestützten Bildungsgängen wiederzufinden sind. Eine Unterstützung dieser Jugendlichen, damit diese die Chance haben, fit für den ersten Ausbildungsmarkt zu werden, bedarf einer weiteren Maßnahmen. Die Einrichtung von Schulsozialarbeitern ist hier sicher erstrebenswert. Dies gilt auch speziell unter dem Gesichtspunkt, dass von Kammern und Ausbildungsbetrieben immer wieder und verstärkt die fehlende Ausbildungsreife bemängelt wird. Flankierende Maßnahmen zum Wohle der Schülerinnen und Schüler wären hier sinnvoll, um auch die Anzahl der Ausbildungsabbrüche zu reduzieren.
Empfehlung der Antragskommission:
Annahme in der Version der Antragskommission (Konsens)
Version der Antragskommission:
Die Mitglieder der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus und die zuständigen sozialdemokratischen Mitglieder im Berliner Senat werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Schulsozialarbeit an den berufsbildenden Schulen gestärkt wird.