Antrag 27/I/2018 Mindestlohn für alle – auch für Jugendliche!

Status:
Annahme

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands soll sich dafür einsetzen, dass der Mindestlohn auf Jugendarbeit (siehe JArbSchG) ausgeweitet wird. Dem entsprechend soll der gesetzliche Mindestlohn auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 15 Jahren gelten. Ausbildungsverhältnisse sind davon nicht betroffen. Auch bei einer Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns soll Jugendarbeit inbegriffen sein.

Begründung:

Mit der Einführung des Mindestlohns wurde die Lebenssituation vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland verbessert. Dabei blieben die Löhne von Jugendlichen unberührt, weil der Mindestlohn erst ab 18 Jahren greift. Da in den meisten Bereichen minderjährige und volljährige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vergleichbare Arbeit leisten, wäre es folglich richtig, die Gehälter anzugleichen und Jugendliche gerecht zu entlohnen. Darüber hinaus sind junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht weniger produktiv. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können von ihren minderjährigen Aushilfen die gleiche Leistung wie von ihren volljährigen Mitarbeitern erwarten.

 

Wenn Jugendliche während ihrer Schul- oder Ausbildungszeit vorsorgen und sich etwas dazuverdienen, muss dies mit angemessener Bezahlung honoriert und gewürdigt werden. Ohne einen solchen Mindestlohn können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihre Löhne beliebig wählen ohne sich an einem gesetzlich festgelegten Wert orientieren zu müssen. So entstehen ungerechte Verhältnisse, deren Auswirkungen schlechter bezahlte Jugendliche am eigenen Leib erfahren. Wird Jugendarbeit gerecht entlohnt, fühlen sich mehr Minderjährige ermutigt, sich in der Arbeitswelt auszuprobieren.

 

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) von 2006 schließt aus, dass bei der Festlegung eines Beschäftigungsverhältnisses und dem damit verbundenen Entgelt zu Benachteiligungen aus Gründen des Alters kommt. Die SPD ist eine Partei, die seit über 150 Jahren für Gleichberechtigung kämpft. Die Aufgabe sozialdemokratischer Politik muss es sein, dass AGG konsequent auszuweiten, so dass es überall Anwendung findet. Es muss deshalb heißen: Gleiches Recht und gleiches Geld für gleiche Arbeit!

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme in der Fassung der AK (Konsens)
Fassung der Antragskommission:

 

 

 

 

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands soll sich dafür einsetzen, dass der Mindestlohn auf Jugendarbeit (siehe JArbSchG) ausgeweitet wird. Dem entsprechend soll der gesetzliche Mindestlohn auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 15 Jahren gelten.

Für Ausbildungsverhältnisse gilt die Mindestausbildungsvergütung. Auch bei einer Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns soll Jugendarbeit inbegriffen sein.