Antrag 179/II/2018 Kein Outsourcing / keine Privatisierung von Tätigkeiten in der ZLB vornehmen

Status:
Annahme

Der Senat und das Abgeordnetenhaus werden aufgefordert, das Outsourcing der Buch und Medienauswahl an der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) abzulehnen und schnellst möglich wieder in die ZLB selber zu integrieren. Die Aufgabe der Lektorinnen und Lektoren der ZLB darf nicht darauf beschränkt werden, schriftliche Fächerprofile zu erstellen, auf deren Grundlage dann Beschäftigte der Hugendubel Fachinformationen GmbH die eigentliche Medienauswahl treffen.

 

Es muss darauf hingewirkt werden, dass Strukturen erhalten bleiben, die eine schnellstmögliche Rückabwicklung des Outsourcings der Medienauswahl an den Großbuchhandel sicherstellen können. Dafür können und müssen die FachlektorInnen bereits jetzt in ihre bisherigen Verantwortlichkeiten für die Medienauswahl wieder eingesetzt werden. Das ist ohne Vertragsverletzung möglich, da es den internen Geschäftsbetrieb der ZLB betrifft.

 

Sollte eine vorzeitige Rückabwicklung des Vertrages mit der Hugendubel Fachinformationen GmbH objektiv nicht möglich sein, ist darauf hinzuwirken, dass der frühestmögliche Vertragsausstieg genutzt wird, um die Beschaffung der Medien überwiegend durch den lokalen Buchhandel vorzunehmen und die Zusammenarbeit zwischen den Fachlektoren und Fachbuchhändlern auszubauen, wo dies inhaltlich und zur Qualitätssicherung der Angebote sinnvoll ist.

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Konsens)
Stellungnahme(n):
Stellungnahme der AH-Fraktion 2020 (AK III):   Die kulturpolitische Strategie der SPD-Fraktion zur Entwicklung der Berliner Bibliothekslandschaft basiert auf einem weitgehenden Ansatz. Die Berliner Bibliotheken sollen nicht nur Archive der Wissensvermittlung oder der Leseförderung sein, sondern soziale, kulturelle und digitale Teilhabe gemeinwohlorientiert und generationsübergreifend sichern. Um dieser Aufgabe angesichts neuer, besonders technischer  Anforderungen an die Bibliotheksarbeit und im Rahmen der wachsenden Metropole, der digitalen Gesellschaft und dem Anspruch lebenslangem Lernens im sozialen, demokratischen Austausch auch zukünftig gerecht zu werden, hat die SPD nach eingehender Befassung im federführenden Ausschuss den Senat per Abgeordnetenhausbeschluss aufgefordert, unter Hinzuziehung eines partizipativen Prozesses ein Bibliothekskonzept für Berlin zu entwickeln (Siehe Drs. 18/1106 vom 6.6.2018). Die Entwicklung von Standards in Zentral- und Bezirksbibliotheken und ihren Schnittstellen zu Schul-, Forschungsbibliotheken oder Fahrbibliotheken und anderen kleinen Initiativen enthält neben der Berücksichtigung von Fragen zu Finanzierung, räumlicher und technischer Infrastruktur, Bestandsentwicklung, Besuchermanagement auch Fragen nach Personal und Personalentwicklung. Die Hintergründe zur Bestandsbeschaffung durch Inanspruchnahme der Hugendubel-Tochtergesellschaft Hugendubel Fachinformation (HFI) und die daraus resultierende Änderung der Arbeitsprozesse für die in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin angestellten Lektorinnen und Lektoren wurden in den Beratungen im Ausschuss für Kulturelle Angelegenheiten am 3.9.2018 sowie am 14.1.2019 erläutert und zugunsten der Thematisierung der Personalentwicklung der öffentlichen Bibliotheken bei der Umsetzung des Bibliothekskonzepts für abgeschlossen erklärt. Die Bibliotheksentwicklungsplanung beinhaltet die Klärung weitergehender Fragen zur personellen Ausstattung der Zentralbibliothek und der Bezirksbibliotheken, zur Fortbildungsmöglichkeiten und zum Umgang mit ausstehenden Renten- und Pensionseintritten bis 2030 laut Rahmenkonzept für die Bibliotheksentwicklungsplanung Berlin.
Überweisungs-PDF: