Antrag 37/II/2018 Gerechte Löhne

Status:
Annahme

Die sozialdemokratischen Mitglieder der Bundesregierung und die SPD-Bundestagsfraktion werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, bei Gehältern, die das 20-Fache der durchschnittlichen Entlohnung der Beschäftigten des jeweiligen Unternehmens überschreiten, steuerliche Absetzungsmöglichkeiten des Unternehmens abzuschaffen. Grundlage für die Berechnung sind die Konzernpersonalkosten in Deutschland.

Begründung:

Die Vorstandsmitglieder aller Dax-Konzerne erhielten 2017 im Durchschnitt 71-mal so viel Gehalt, wie die jeweilig durchschnittlichen Konzernarbeiter*innen. Der Chef der Deutsche Post erhielt das 232-Fache der durchschnittlichen Entlohnung seiner Mitarbeiter*innen. 2005 erhielten Vorstände der Dax-30-Konzerne noch das 42-Fache, 2011 war das schon das 62-Fache. Ein Blick in die USA zeigt, dass eine Entwicklung auch über das 300-Fache vorstellbar ist, sofern wir als Gesellschaft keine Leitplanken setzen.

Trotz wachsender Wirtschaft vergrößert sich die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland von Jahr zu Jahr. Die einkommensstärksten zehn Prozent der Haushalte verfügen über 40 Prozent des Einkommens. Die einkommensschwache Hälfte zusammen über 17 Prozent.

Sozialdemokratische Kernthemen, wie Rente oder Pflege, betreffen Menschen mit geringen Einkommen besonders stark. Sie bekommen nach ihrem Erwerbsleben nicht nur weniger Leistungen, sondern können sich während des Erwerbslebens wenig, bis gar nichts ansparen.

Durch eine Deckelung der steuerlichen Absetzbarkeit wird ein Anreiz gesetzt, Managergehälter an das Gehalt der Mitarbeiter*innen zu koppeln. Gleichzeitig ist eine höhere Bezahlung weiterhin möglich, dann jedoch verbunden mit einem höheren Beitrag zur Gemeinschaft.

Durch die Kopplung von Manager- und Arbeitergehalt wird ein wirtschaftlicher Anreiz für das Topmanagement gesetzt, den Durchschnittslohn im Unternehmen anzuheben. Positive Einkommenseffekte würden die Mehrzahl der Mitarbeiter*innen betreffen, etwaige negative Einkommenseffekte wenige Topmanager*innen.

Durch die Betrachtung des Gesamtkonzerns wird eine Ausgliederung von Arbeitern geringer Lohngruppen in konzerneigenen Firmen vorgebeugt.

Die Beschränkung auf in Deutschland ansässige Arbeiter*innen verhindert einen Nachteil von Manager*innen von international aufgestellten Konzernen mit Werken in Ländern mit einem geringeren Lohnniveau.

Eine Kopplung ist einem fixen Betrag vorzuziehen, um Manager*innen von Konzernen, die gutes Geld für gute Arbeit zahlen, zu belohnen.

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Konsens)