Antrag 97/II/2018 Gemeinsame Servicestelle für die 12 Berliner Musikschulen

Status:
Annahme

Die Berliner SPD setzt sich für eine Stärkung der kommunalen Musikschulen Berlins ein. Sie fordert für die 12 bezirklichen Musikschulen eine gemeinsame Servicestelle, die Dienstleistungen bündelt und die Musikschulen bei ihrer Aufgabenwahrnehmung und grundsätzlichen Aufgaben unterstützt und die in die Arbeitsstruktur der 12 Bezirke Berlins einzubinden ist.

Begründung:
Die in Berlin neu einzurichtende Servicestelle folgt dem Grundgedanken der im Koalitionsvertrag des rot-rot-grünen Senats festgehaltenen „Shared Services“ (S. 78*). Die Musikschulen sind im Berliner Schulgesetz § 124 verankert und haben einen klaren Bildungsauftrag, der dort definiert ist. Es heißt dort u.a.: „Jeder Bezirk unterhält eine Musikschule.“ Die Musikschulen nehmen ihren Auftrag als außerschulische Bildungseinrichtungen mit musikpädagogischer Ausrichtung wahr. Sie sind eingebunden in die Arbeitsstruktur der Ämter für Weiterbildung und Kultur, in denen die Fachbereiche Volkshochschule, Bibliotheken, Musikschule und Kultur zusammengeführt sind. Die Ämter für Weiterbildung und Kultur bilden die Basis der außerschulischen Bildung in Berlin. Sie sollen sich unter dem Motto „Bildung und Kultur für alle“ mit ihren Angeboten weiterhin zu „den“ leistungsstarken Bildungs- und Kulturzentren in unmittelbarer Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort entwickeln.   Die Musikschulen bieten in diesem Rahmen seit Jahren einen niedrigschwelligen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Musikausbildung und musikalischen Betätigung in den Bezirken. Um die Musikschulen zu stärken, ist die Einrichtung einer Servicestelle sehr wünschenswert. Ähnlich wie bei den Servicezentren von Bibliotheken (VÖBB) und VHS sollte eine Einbindung der Musikschulservicestelle in die Struktur der 12 Bezirke gewährleistet sein.   Die bezirksübergreifende Servicestelle der Musikschulen soll hauptsächlich auf folgenden Gebieten tätig werden:   Öffentlichkeitsarbeit
  • Servicepoint mit Front-Office-Präsenz
    • Erstkontakt durch eine zentrale Service-Nummer mit Beratung und Vermittlung der potentiellen Musikschüler*innen an die Musikschulen entsprechend der Interessen und Musikschulkapazitäten
  • Entwicklung eines einheitlichen Marketingkonzeptes inklusive des Corporate Designs (einheitliches Erscheinungsbild der 12 Berliner Musikschulen für die Bürger*innen)
  Administration
  • Rechtsberatung der Musikschulen unter Einbeziehung der Senatsverwaltung und des Hauptpersonalrates
  • Sicherstellung einheitlicher Schüler- und Lehrerverträge
  • Etablierung des E-Governmentprozesses
  • Gemeinsame Nutzung von digitalen Angeboten wie z.B. einer digitalen Musikbibliothek
  • Zentrale Ausschreibungen von Dienstleistungen, z.B. von IT- und Bürotechnik
  • Zentrale Bearbeitung von Fördermittelanträgen
  • Unterstützung bei Beschaffungen von Ausstattungen, Instrumentenkauf
  *Der Senat wird Initiativen für gemeinsame Dienstleistungen (Shared Services) ergreifen zum Beispiel ein Forderungsmanagement. Den Bezirken werden verstärkt Anreize gegeben einzelne Aufgaben oder Bereiche (z.B. Beschaffung, Personalaktenführung, Facility Management, gemeinsame Stellenausschreibungen) durch Zusammenlegung oder Kooperation auf Basis von Kooperations- und oder Dienstleistungsverträge, zu erfüllen. Denkbar ist auch die Kooperation mit landeseigenen Institutionen.  
Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Konsens)