Antrag 151/II/2018 Frauen*kampftag ist Feiertag – den 8. März als gesetzlichen Feiertag in Berlin einführen

Status:
Erledigt

Wir fordern die sozialdemokratischen Mitglieder des Berliner Senats und die Mitglieder der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus dazu auf, sich in den Verhandlungen mit den Koalitionspartner*innen dafür einzusetzen, dass der 8. März als neuer gesetzlicher Feiertag in Berlin etabliert wird.

 

Die Berliner*innen haben einen weiteren arbeitsfreien Tag verdient. Daher begrüßen wir die Diskussion in der Berliner Koalition um die Einführung eines neuen Feiertages. Berlin ist eine säkular geprägte Stadt zu der kein weiterer religiöser Feiertag passt. Es muss ein Tag ausge­wählt werden, der eine große gesamtgesellschaftliche Bedeutung hat. Hierfür ist der Interna­tionale Frauen*kampftag, der seit 1921 am 8. März begangen wird hervorragend geeignet.

Begründung:
Der internationale Frauen*kampftag am 8. März geht auf die deutsche Sozialistin Clara Zetkin zu­rück und wurde erstmals im März 1911 in verschiedenen Staaten Europas gefeiert. In Deutschland wurde der Frauen*kampftag von der SPD und den Gewerkschaften getragen, die damit die Forderung nach dem Wahlrecht der Frauen* unterstützen. Zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg protestierten Frauen* am 8. März weltweit für die Legalisierung des Schwangerschaftsabbru­ches sowie für Mutter- und Schwangerschaftsschutz. Im Dritten Reich wurde der Feiertag verboten und durch den Muttertag „ersetzt“.  In der DDR war der 08. März ein offizieller Fei­ertag. 1977 führte die UN-Vollversammlung den 8. März als „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ ein. In vielen Ländern ist der 8. März ein ge­setzlicher Feiertag.   Der internationale Kampf für die Rechte der Frauen* hat leider nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Zahlreiche Feminist*innen organisieren auch in Berlin daher jedes Jahr zum Frau­en*kampftag am 8. März Veranstaltungen und Demonstrationen. Ihr Engagement wollen wir mit der Etablierung des 8. März als Feiertag unterstützen und gleichzeitig deutlich machen: Gleichstellung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.   Der 8. März steht in der Tradition der Arbeiter*innenbewegung. Mit dem Verteilen von Ro­sen werden wir ihm als Sozialdemokrat*innen nicht gerecht. Auch heute gilt es aktiv für die Rechte der Frauen* auf die Straße zu gehen. Sei es um ein Zeichen zu setzen gegen die mas­siven Menschenrechtsverletzungen, denen Frauen* in vielen Ländern ausgesetzt sind. Sei es um gegen Benachteiligungen anzugehen, die Frauen* hier in Deutschland immer noch erfah­ren. Die #metoo-Debatte und die Diskussion um den §219a zeigen wie aktuell diese Themen leider immer noch sind.
Empfehlung der Antragskommission:
Kein Votum der Antragskommission