Antrag 85/I/2019 Errichtung eines Mehrfunktionsgebäudes für das Museumsdorf Düppel

Status:
Nicht abgestimmt

Die Berliner SPD fordert die Mitglieder des Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin auf, für die Errichtung eines Mehrfunktionsgebäudes im  Museumsdorf Düppel, unter dem Dach des Stadtmuseums Berlin, zeitnah die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen zu schaffen.

Begründung:

Das historische Museumsdorf ist mit einem in den letzten Jahren stetigem Besucherzuspruch von bis zu 50.000 Personen pro Jahr zu einem Publikumskumsmagnet nicht nur für den Bezirk Steglitz-Zehlendorf, sondern für ganz Berlin und viele auswärtige Gäste mit Kindern geworden. Dieser Entwicklung werden die bisherige Infrastruktur und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter(innen) – Container aus den 1970er Jahren – in keiner Weise mehr gerecht. Da ein Neubau bereits im Jahr 1995 vom Senat beschlossen wurde, ist unter den mittlerweile enorm gestiegenden Anforderungen (Ausbau des Dorfes, rasant gestiegenes Besucherinteresse, Besucherzahlen, erhöhte Qualität und Quantität historischer Darstellungen und ökologisch-sozialer Ziele) jetzt um o mehr der Neubau eines Mehrfunktionsgebäu- des für Ausstellungsfläche, Schulungs- und Veranstaltungsräume (insbesonder für Klassen und Studenten), Büros, Shop und Kasse erforderlich. Der Fachausschuß verweist mit diesem Beschluß auch auf ähnlich lautende Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehledorf vom 3.11.2015 und 13.01.2016 sowie des Stiftungsrates der Stiftung Stadtmuseum Berlin vom 16.05.2018.

Das Museumsdorf Düppel hat eine großartige Arbeit auf dem Gebiet der experimentellen Archäologie und Wissensvermittlung historischer Sachverhalte geleistet. Deshalb wurde dem Förderkreis anläßlich seines 40-jährigen Bestehens 2015 die Ferdinand-von-Quast-Medaille verliehen. Unter dem neuen Direktor der Stiftung Stadtmuseum Berlin hat das Museumsdorf einen erheblichen Erweiterungs- und Modernisierungsschub erfahren. Insbesondere wurde die partizipative Vermittlung von Geschichte seit dem 12. Jahrhundert um die Probleme ökologischer und nachhaltiger Entwicklung ergänzt und das Spektrum von Wissenvermittlung über Zukunftsfähigkeit und Zukunftsgestaltung erweitert. Hierfür sollte vor allem der Neubau bessere räumliche Voraussetzungen besonders für Kinder und Jugendliche schaffen und eine intensive Bürgerbeteiligung gewährleisten. Für einen gemeinsamen Gestaltungsprozeß mit den Bürgern und der Zivilgesellschaft lassen sich die kom-plexen Fragestellungen erst in einem adäquaten Raum-Umfeld angemessen behandeln.

Der Neubau sollte deshalb nach den modernsten ökologischen Kriterien gestaltet werden: Holz- und Lehmbauweise, hohe Standards für Lärm- und Wärmedämmung, energiesparendes Bauen (Niedrigenergiehausstandard), Versorgung mit Regenerativer Energie (Photovoltaik, Solarthermie, Biogas, Wind), Müllvermeidung und Recycling, Wasseraufbereitung etc.

An der Gestaltung und dem Neubau selbst sollten die Bürger aktiv teilnehmen können.Unter fachgerechter Anleitung sollen Schüler, Studenten und Auszubildende mitwirken, ebenso fachlich kompetente Bürger und interessierte Laien. Die Partizipation von interessierten Jugendlichen und älteren Bürgern trägt in besonderer Weise zur Bindung an das Museumsdorf bei. Der vorliegende „Kostenrahmen Neubau Museumsdorf Düppel“ mit insgesamt 7.045.147 € nach Baukosteninforma-tionszentrum (BKI) – Stand Januar 2019 – erscheint zurückhaltend und plausibel.

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Konsens)