Antrag 114/I/2019 Die Freiwilligen Dienste (FSJ, FÖJ, FKJ, BFD) für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiver machen

Wir fordern die Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion und die SPD Minister*innen in der Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass das FSJ, FKJ, FÖJ und BFD für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiver gemacht wird.

 

Die Bundesfreiwilligen-Agentur und die Freiwilligen-Dienste haben für junge Menschen mit Behinderungen behinderungsbedingte Mehraufwendungen zu übernehmen, damit sie sich gleichberechtigt für das Allgemeinwohl engagieren können.

Sie sind bisher faktisch von dieser gemeinnützlichen Arbeit ausgeschlossen.

 

Deshalb fordern wir für alle Freiwilligen, dass mindestens die Grundsicherung + 150 € bezahlt wird. Darüber hinaus sollen sie – sofern sie im Schichtdienst eingesetzt werden – die Schichtzulage und zusätzliche Urlaubstage erhalten, die auch um jeweils in vergleichbarer Tätigkeit beschäftigten Mitarbeiter*innen zustehen. Für die Wochenend- und Feiertagstätigkeit pro Tag sollen die Tarifbedingungen gelten.

Begründung:

Das Freiwillige Soziale Jahr ist eine Form des staatlich geregelten Jugendfreiwilligendienstes, der es jungen Menschen von 16 bis 27 Jahren nach dem Schulabschluss ermöglicht, Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln, die eine wichtige Orientierung für den eigenen Berufs- und Lebensweg bieten. Darüber hinaus lernen junge Menschen durch einen Jugendfreiwilligendienst, die eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen. Sie nutzen ihre Interessen und Stärken im Sinne des Gemeinwohls und erleben dies häufig als Bereicherung für ihr eigenes Leben.[1]

 

Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters {ab 15 Jahren}, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz. Freiwilliges Engagement lohnt sich: Als Freiwillige oder Freiwilliger sammeln Sie wertvolle Lebenserfahrung. Als Einsatzstelle profitieren Sie von engagierter Unterstützung, die Ihrer Arbeit zusätzliche Inspiration verleiht.[2]

 

Für jeden Freiwilligen ist das eine wertvolle Erfahrung für sein Leben, ein Jahr lang gemeinnützliche Arbeit für die Gesellschaft zu leisten. Es stärkt zivilgesellschaftliche Einstellungen von Menschen.

 

Die Freiwilligen setzen sich für Minimum 12 Monate und maximal 18 Monate ihres Leben für Menschen mit Behinderungen und ohne ein, und bereichern somit auch die Einsatzstellen bzw. unterstützen das Team in ihrer alltäglichen Arbeit. Dafür bekommen sie nur ein Taschengeld von 300 bis 400 Euro pro Monat und arbeiten in der Woche je nach Bundesland zwischen 38,5 bis 40 Wochenstunden. Zudem arbeiten auch einige Freiwillige in Wohngruppen der Altenhilfe und Behindertenhilfe und somit wie die Mitarbeiter automatisch im Schichtdienst. Davon dürfen die Freiwilligen zwischen 6:00 bis 22:00 Uhr eingesetzt werden. Sie arbeiten dadurch auch an Feiertagen und werden dafür nicht, wie die Mitarbeiter mit Feiertags bzw. Wochenendzuschlag, entlohnt.

 

[1] https://www.berlin.de/sen/jugend/jugend/freiwilliges-soziales-jahr/  Letzter Zugriff: 15.11.2018 um 09:44 Uhr

[2] https://www.bundesfreiwilligendienst.de/der-bundesfreiwilligendienst/ueber-den-bfd.html   Letzter Zugriff: 15.11.2018 um 09:46 Uhr

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme in der Fassung der AK (Konsens)
Fassung der Antragskommission:

In Ergänzung unserer Beschlusslage (Beschluss 92/I/2019) fordern wir die Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion und die SPD Minister*innen in der Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass das FSJ, FKJ, FÖJ und BFD für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiver gemacht wird.

Die Bundesfreiwilligen-Agentur und die Freiwilligen-Dienste haben für junge Menschen mit Behinderungen behinderungsbedingte Mehraufwendungen zu übernehmen, damit sie sich gleichberechtigt für das Allgemeinwohl engagieren können.

Sie sind bisher faktisch von dieser gemeinnützlichen Arbeit ausgeschlossen.