Antrag 86/II/2018 Das Tempelhofer Feld moderat mit sozialem Wohnungsbau und Parkgestaltung für die wachsende Stadt entwickeln

Status:
Annahme

 

  1. Die sozialdemokratischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass geprüft wird, ob mit einer Randbebauung des Tempelhofer Feldes der Wohnungsnot in Berlin gegengewirkt werden kann. Es müssen Sozialwohnungen gebaut werden. Zusätzlich soll eine gleiche Anzahl Wohnungen genossenschaftlich verwaltet werden.
  2. Die sozialdemokratischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass geprüft wird, wie durch landschaftsgärtnerische Gestaltung eine soziale und ökologische Aufwertung des Geländes inklusive Baum- und Strauchpflanzungen, Sitzmöglichkeiten, Sport- und Spielplätze für alle Altersgruppen zu schaffen ist. Die gegenwärtige Brache wird den Anforderungen der wachsenden Stadt nicht gerecht.
  3. Eine Einbindung in das Gesamtverkehrskonzept der Stadt ist dabei unabdingbar.

 

Begründung:
Heute liegen im Gegensatz zur Zeit des Volksentscheides zum Tempelhofer Feld andere Voraussetzungen vor. Das Senatskonzept von damals sah neben sozialem Wohnungsbau auch Bauen durch und für Private Investoren vor. Das mag zur mehrheitlichen Ablehnung einer Bebauung beim Volksentscheid beigetragen haben.   Bekanntermaßen gibt es in Berlin zunehmend weniger Wohnungen mit sozialverträglichen Mieten. Der von der SPD geführte Senat muss das Heft in die Hand nehmen und Miethaien entgegenwirken. Deshalb sollte geprüft werden, das Tempelhofer Feld zu bebauen. Mit der Verschärfung der Mietsituation muss der ehemals eine Bebauung ablehnende Volksentscheid neu bewertet werden. Der Senat muss ein Konzept erarbeiten, das den Volksentscheid zwar würdigt, aber auch in der aktuellen Situation entsprechend neu bewertet. Eine teilweise Bebauung des Tempelhofer Feldes ist zudem attraktiver, günstiger und planbarer als die Auswirkungen der gegenwärtig in den existierenden Quartieren erfolgende Nachverdichtungen.   Mit zunehmender Bevölkerungszahl steigt auch der Bedarf an Grün sowie an Sport- und Spielplätzen für Alt und Jung. Das Tempelhofer Feld im jetzigen Zustand ist ein teilweise mit Gras bewachsendes Ödland mit fast keinem Baumbestand. Das erfüllt den Bedarf der Stadt nicht. Eine tatsächliche „Grüne Lunge“ in der Stadt zu etablieren, wäre ein guter Schrift für die Zukunft der Stadt.
Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Kein Konsens)
Beschluss: Beschlossen in der Fassung des Parteitages
Text des Beschlusses:
  1. Wir wollen das Tempelhofer Feld als grüne Lunge in der City erhalten.
  2. Wir sprechen uns für eine sozialverträgliche Randbebauung bei Erhalt der einzigartigen Restfläche des Tempelhofer Feldes aus. Dies stellen wir sicher durch städtebauliche Verträge und/oder Bebauungspläne.
  3. Aus Respekt vor der Volksgesetzgebung werden wir in dieser Wahlperiode keine Entscheidung über die Bebauung des Tempelhofer Feldes treffen.
  4. Wir fordern die Fraktion der SPD im Abgeordnetenhaus von Berlin auf zu prüfen, wie eine moderate Randbebauung und der gleichzeitige Erhalt des einzigartigen Charakters der Freifläche sicher gestellt werden kann.
  5. Die Ergebnisse der Prüfung sollen mit der Stadtgesellschaft diskutiert werden. 

 

Beschluss-PDF: