Antrag 129/I/2018 Ausführliche Kennzeichnung von Lebensmitteln

Status:
Annahme

Die Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass in deutschen Handelseinrichtungen auf den Verpackungen von Lebensmitteln und bei Losewahren an den Auslagen sämtliche enthaltenen Inhaltsstoffe eindeutig angegeben werden müssen. Zurzeit sind nicht immer alle Inhaltsstoffe (vollständig) auf / bei allen Lebensmitteln angegeben.

 

Begründung:

In Deutschland liefert die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) alle grundsätzlichen Kennzeichnungsvorschriften für fertig verpackte Lebensmittel. Verpflichtend sind beispielsweise Lebensmittelbezeichnung, Zutatenverzeichnis, Kennzeichnung der Hauptallergene, Nettofüllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum u.a.. Allerdings gibt es Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht: Bei unverpackter (Lose-)Ware ist keine Zutatenliste vorgeschrieben, einzelne Zutaten können unter Klassennamen (z.B. „Kräuter“ oder „Gewürze“) zusammengefasst werden, über einzelne Zutaten ins Lebensmittel gelangte Zusatzstoffe (z.B. E450) müssen nicht deklariert werden, genauso wenig wie Verarbeitungshilfsstoffe, Lösungsmittel und Trägerstoffe.

 

Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen darauf angewiesen sind, sämtliche Inhaltsstoffe eines Nahrungsmittels zu kennen, sind diese Lücken zu groß.

 

Der Begriff Nahrungsmittelintoleranz umfasst enzymatische, pharmakologische, allergische und anderweitig immunologische Unverträglichkeitsreaktionen des Körpers gegen Nahrungsbestandteile. Schätzungsweise leiden ungefähr ein bis zwei Prozent aller Menschen an einer Nahrungsmittelintoleranz. Abweichend von dieser Zahl geben bei Befragungen bis zu 20 der Menschen an, dass sie selbst denken, an Nahrungsmittelintoleranzen zu leiden. Zeichen von Nahrungsmittelintoleranz können (teils gravierende) Beschwerden an Haut, Schleimhäuten, Lunge, Magen-Darm-System und Herz-Kreislauf sein. Betroffene haben oft bereits einen langen Leidensweg hinter sich gebracht, bevor ihre Intoleranz offiziell von einem Arzt festgestellt und der unverträgliche Nahrungsbestandteil identifiziert worden ist. Eine ursächliche Behandlung existiert nicht.

 

Der einzige Weg, um die Symptome wenigstens zu lindern, ist das Weglassen von Lebensmitteln mit den nicht vertragenen bestimmten Inhaltsstoffen. Das sollte durch eine komplett transparente und eindeutige Inhaltsstoffangebe bei / auf allen Lebensmitteln ermöglicht werden.

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme in der Version der Antragskommission (Konsens)
Version der Antragskommission:
Die Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass in deutschen Handelseinrichtungen auf den Verpackungen von Lebensmitteln und bei Losewahren an den Auslagen sämtliche enthaltenen Inhaltsstoffe eindeutig und lesbar angegeben werden müssen. Zurzeit sind nicht immer alle Inhaltsstoffe (vollständig) auf / bei allen Lebensmitteln angegeben.