Antrag 70/I/2018 Änderung der Erzieher*innen-Ausbildung

Status:
Erledigt

Die sozialdemokratischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses und des Senats werden aufgefordert, sich für eine Änderung der Erzieher*innen-Ausbildung in den folgenden Punkten einzusetzen:

 

  1. Um mehr Menschen für den Erzieher*innen-Beruf zu motivieren, muss die Ausbildung mit einer angemessenen und auskömmlichen Ausbildungsvergütung versehen werden. Auf eine Ausbildung ohne Vergütung, welche eher mit Kosten versehen ist, muss verzichtet werden.
  2. Die Ausbildung muss für die Auszubildenden kostenfrei bleiben. Hierzu ist die temporäre Lösung der Kostenübernahme in Berlin in eine ständige und allgemeine Reglung zu überführen.
  3. Die Ausbildung sollte viel praktischer gestaltet werden. So sollte die Ausbildung im Rahmen eines dualen Systems stattfinden. Die Person, welche die Ausbildung durchläuft, sollte einen Ausbildungsvertrag mit einer Kita bzw. ähnlichen Einrichtung abschließen und zusätzlich in einem bestimmen Intervall eine Schule (Berufsschule oder Fachhochschule) besuchen.
  4. Diejenigen Einrichtungen, welche einen Ausbildungsvertag schließen, müssen eine Person als Ausbildungsverantwortliche*n benennen. Diese Person muss dabei für ihre Ausbildungsverantwortung stündlich entlastet werden. Ihre Arbeitszeit muss also auch Betreuungszeit für die jeweilige auszubildende Person beinhalten. Auch darf diese Person aufgrund der Kürzung in der Betreuungszeit für Kinder nicht voll für die Betreuungsquote mitgerechnet werden. Für diese Änderung ist die Anpassung der Ausbildungsinhalte notwendig.
  5. Darüber hinaus soll der Bildungsaspekt des Erzieher*innenberufs gestärkt werden.
  6. Die Vergütung ist anzupassen.

 

Die Quote der Ausbildung in Einrichtungen öffentlicher Träger muss deutlich erhöht werden. Gerade Träger des Landes bzw. in der Kooperation mit den Bezirken müssen eine Vorreiterrolle einnehmen und die Ausbildung sowie den Beruf attraktiver und vielfältiger anbieten.

 

Begründung:
In Berlin fehlen tausende Kitaplätze und das schon seit Jahren. Ein Hauptgrund für das Defizit zwischen benötigten und angebotenen Plätzen ist aktuell der Bedarf an Personal. Für die Sozialdemokratie ist Bildung ein wichtiger Faktor um Zukunftschancen zu erhöhen und den eigenen Weg unabhängig von der Herkunft zu gestalten. Daher sind uns gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher so wichtig. Eine Lösung über Quereinsteiger*innen kann nur eine kurzfristige Notlösung sein und Berlin muss alles dafür tun, damit endlich sowohl gut ausgebildetes Personal als auch eine ausreichende Anzahl an Kitaplätzen zur Verfügung stehen.
Empfehlung der Antragskommission:
Erledigt bei Annahme 69/I/2018 (Konsens)