Antrag WV85/I/2018

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Titel Kommunale Musikschulen durch gemeinsame Dienstleistungen stärken!

AntragstellerInnen FA XII - Kulturpolitik

Veranstaltung(en) II/2018, I/2018

Empfehlung der Antragskommission

Der Landesparteitag möge beschließen:

Kommunale Musikschulen durch gemeinsame Dienstleistungen stärken!

Die Berliner SPD setzt sich für eine weitere Stärkung der kommunalen Musikschulen Berlins ein.

 

Sie fordert für die 12 bezirklichen Musikschulen ein gemeinsames Servicezentrum, das Dienstleistungen bündelt und die Musikschulen bei ihrer Aufgabenwahrnehmung von zentralen und grundsätzlichen Aufgaben unterstützt.

Die sozialdemokratischen Abgeordneten und Vertreter der SPD im Senat werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass für dieses Servicezentrum die institutionellen und personellen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

 

Das bezirksübergreifende Servicezentrum der Musikschulen soll hauptsächlich auf folgenden Gebieten tätig werden:

 

Öffentlichkeitsarbeit

  • Servicepoint mit Front-Office-Präsenz
    • Erstkontakt durch eine zentrale Service-Nummer mit Beratung und Vermittlung der potentiellen Musikschüler*innen  an die Musikschulen entsprechend der Interessen und Musikschulkapazitäten
  • Entwicklung eines einheitlichen Marketingkonzeptes inklusive des Corporate Designs (einheitliches Erscheinungsbild der 12 Berliner Musikschulen für die Bürger*innen)

 

Administration

  • Rechtsberatung der Musikschulen unter Einbeziehung der Senatsverwaltung und des Hauptpersonalrates
  • Sicherstellung einheitlicher Schüler- und Lehrerverträge
  • Etablierung des E-Governmentprozesses
  • Gemeinsame Nutzung von digitalen Angeboten wie z.B. einer digitalen Musikbibliothek
  • Zentrale Ausschreibungen von Dienstleistungen, z.B. von IT- und Bürotechnik
  • Entwicklung von einheitlichen Anforderungsprofilen für Musikschullehrer*innen und Verwaltungspersonal in Musikschulen (Masterprofile)
  • Zentrale Bearbeitung von Fördermittelanträgen
  • Unterstützung bei Beschaffungen von Ausstattungen, Instrumentenkauf

 

Musikpädagogische Aufgaben

  • Koordination einer musikschulübergreifenden Ensemble- und Orchesterarbeit
  • Koordination einer musikschulübergreifenden Studienvorbereitung einschließlich der Durchführung von Aufnahmeprüfungen und Stufenprüfungen
  • Unterstützung bei der Fortbildung von Lehrkräften
  • Zentrale Musikinstrumentenausleihe

 

Kooperationen

  • Koordinierung der Kooperation mit allgemeinbildenden Schulen und Kitas
  • Unterstützung bei der Etablierung von Modellkooperationen mit innovativem Charakter
  • Zusammenarbeit mit Institutionen und Verbänden (z.B. Verband der Musikschulen, Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung, Chorverband, Landesmusikakademie)

 

Begründung

Nachdem die Berliner Musikschulen in der vergangenen Legislaturperiode mit Finanzmitteln für die Erhöhung der Unterrichtstätigkeit unterstützt wurden, um der immensen Nachfrage gerecht zu werden und den dringend notwendigen Abbau der Wartelisten zu ermöglichen, wird in der laufenden Legislaturperiode nun mit der Festanstellung von Musikschullehrkräften im Umfang von 20 % des Unterrichtsvolumens eine weitere zwingend erforderliche Verbesserung der Berliner Musikschullandschaft erreicht.

 

Diese Maßnahmen reichen dennoch bei Weitem nicht aus, um die Berliner Musikschulen in ihrer Arbeits- und Wirkungsweise als moderne leistungsstarke Einrichtungen der kulturellen Bildung aufzustellen. Es ist für die Musikschulen unerlässlich, vielfältige Unterstützung bei Aufgaben zu erhalten, wofür vor Ort die Kapazitäten fehlen, sie über kein Fachpersonal verfügen und deren Umsetzung zentral mit zielgerichtetem Knowhow und damit wesentlich höherer Effektivität möglich wäre.

 

Die Bündelung von Dienstleistungen in einem gemeinsamen Servicezentrum stärkt damit die kommunalen Musikschulen Berlins unabhängig von ihrer unterschiedlichen Größe und Angebots-struktur. Mit dieser Strukturverbesserung nähern sich die kommunalen Musikschulen bundesweiten Standards an.

 

Die besondere Berliner Verwaltungsstruktur bietet keine Voraussetzungen zur Einrichtung eines Landesverbandes der Musikschulen, wie es in den anderen Bundesländern der Fall ist. Außerhalb Berlins übernehmen die Geschäftsstellen des Verbandes der Musikschulen viele Aufgaben, die durch das neu einzurichtende Servicezentrum perspektivisch übernommen werden sollen.

 

So nehmen die Landesverbände der Musikschulen zentrale Aufgaben wahr, beraten die Musikschulen fachlich und rechtlich, steuern landesweite Projekte, führen Fachkonferenzen und Fortbildungen durch bzw. unterstützen diese, bewirtschaften Drittmittel, unterstützen das Qualitätsmanagement der Musikschulen und vernetzen sich mit anderen Organisationen wie z.B. der LKJ, den Schulen und den Landesmusikräten.

 

Das in Berlin neu einzurichtende Servicezentrum folgt dem Grundgedanken der im Koalitionsvertrag des rot-rot-grünen Senats festgehaltenen „Shared Services“ (S. 78). Die Aufgaben sind im Bereich der kulturellen Bildung in Berlin nicht neu, sondern knüpfen an gut funktionierende Dienstleistungsbündelungen etwa denen des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) an. Das Modell eines gemeinsamen Servicezentrums versteht sich als Angebot an die Bezirke, ist jedoch keine Verpflichtung. Es stärkt die kommunalen Musikschulen im Wettbewerb der musikalischen Bildung.

 

Struktur des Servicezentrums der Musikschulen

  1. Wie bei den Servicezentren des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken und der Volkshoch-schulen Berlins bleiben Zuständigkeit und Mitsprache der Bezirke auch beim Servicezentrum der Musikschulen sowie dessen Steuerung durch die Fachverwaltung gewahrt.
  2. Das Servicezentrum der Kommunalen Musikschulen Berlins soll für die Bereitstellung aller o.g. Dienstleistungen an einem Standort eingerichtet werden. Die IT-Geschäftsstelle wird darin integriert.
  3. Eine Konzeption soll bis Ende des 1. Quartals 2019 entwickelt werden.

 

Empfehlung der Antragskommission

  • LPT I/2018: Überweisung an AG der Fraktionsvorsitzenden unter Beteiligung der Antragsteller


 
Stellungnahme der AG der Fraktionsvorsitzenden:
 
Der Antrag wird grundsätzlich unterstützt.
Allerdings mit den Änderungen, dass es nicht Servicezentrum sondern Servicestelle heißen soll.
Des Weiteren sollen die Punkte
  • Musikpädagogische Aufgaben

  • Kooperationen


gestrichen werden, da diese in den Bezirken behandelt werden sollten.