Antrag WV77/I/2018

Download (PDF)

Titel Back to School! Progressive Lösungsstrategien gegen Schulschwänzen.

AntragstellerInnen Jusos LDK

Veranstaltung(en) II/2018, I/2018

Überweisen an Senat, SenBJF

Der Landesparteitag möge beschließen:

Back to School! Progressive Lösungsstrategien gegen Schulschwänzen.

Die Ursachen für das Schulschwänzen sind vielfältig. Die Gründe können z.  B. Überforderung und Leistungsdruck, Unterforderung und Langeweile im Unterricht, Mobbing und Versagensängste sein.
 
In Berlin stieg die Zahl der Schulversäumnisanzeigen trotz Sanktionen und Unterstützungsmaßnahmen von 7 052 im Schuljahr 2015/16 auf 7 725 im Schuljahr 2016/17. Dies ist u.a. darauf zurückzuführen, dass die Regeln für das Melden von Schulversäumnissen verschärft wurden, es zeigt aber auch, dass die eingeleiteten Maßnahmen noch nicht ausreichend wirkungsvoll sind.
 
Für viele Schulschwänzer*innen geht es nicht um das Wegbleiben-Wollen, sondern um das Nicht-da-sein-Können. Ein Schulsystem, das segregiert und nicht alle Schüler*innen gleichermaßen fördert, trägt erheblich zu Leistungsdruck, Versagensängsten, Misserfolgserlebnissen und damit auch zum Schulschwänzen bei. Ein inklusives Schulsystem, in dem der Bildungserfolg nicht länger abhängig von der sozialen Herkunft ist, muss daher unser bildungspolitisches Ziel bleiben. Die Berliner Gemeinschaftsschulen zeigen, dass es möglich ist, Bildungserfolg von der sozialen Herkunft abzukoppeln.
 
Auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit im Bildungssystem wollen wir Schulschwänzer*innen und ihre Familien verstärkt unterstützen.
 
Deshalb fordern wir:

  • keine Kürzungen von Kindergeld und anderen Sozialleistungen

  • den flächendeckenden Ausbau von Beratungsangeboten als 1. Anlaufstelle

  • die Einstellung von Schulpsycholog*innen und Schulsozialarbeiter*innen, die gezielt Schulschwänzer*innen im Klassenverband unterstützen sowie die individuellen Gründe für das Schulschwänzen ermitteln

  • Ziel jeder Beratung muss das Überwinden der individuellen Ursachen für das Schulschwänzen sein

  • ein einheitliches Vorgehen aller Bezirke, angepasst an die bezirklichen Sozialstrukturen, und ein Best-Practice- Austausch zwischen den Bezirken

  • Entwicklung spezieller Fördermaßnahmen für Schulschwänzer*innen, um ihnen zu ermöglichen, Unterrichtsinhalte nachzuholen.


 

Beschluss

Annahme in der Fassung der Antragskommission