SPD Berlin

Anträge zum Landesparteitag

Antrag 84/II/2017 Darstellenden Künstlern den Zugang zu ALG I erleichtern

AntragstellerInnen:

AGS Berlin

Der Landesparteitag möge beschließen:

Der Bundesparteitag möge beschließen:

Darstellenden Künstlern den Zugang zu ALG I erleichtern

Die Mitglieder der Bundestagsfraktion der SPD werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass darstellenden Künstlern der Zugang zu ALG I erleichtert wird.

Begründung:

Darstellende Künstler werden für jeden Film extra angestellt und zwar nur für die Zeit, die sie gebraucht werden. Sie werden pro Drehtag bezahlt und manchmal auch nur pro Drehtag sozialversichert, fälschlicherweise. Das ist so, als wenn eine Sekretärin nur pro Brief angestellt würde, den sie tippt. Darum kriegen Schauspieler auch nie die Zeit zusammen, um Arbeitslosengeld I oder später eine angemessene Rente zu bekommen.

Weil es um die Länge der Beschäftigung geht. Künstler werden immer nur für kurze Zeiträume beschäftigt. Man muss aber 360 sozialversicherte Beschäftigungstage in zwei Jahren nachweisen, um überhaupt Arbeitslosengeld beziehen zu können. Wenn andere Leute mal krank sind, dann sind sie immer noch angestellt. Wenn sie schwanger sind, sind sie immer noch angestellt. Wenn Sie eine Fortbildung oder Urlaub machen und auch am Wochenende sind sie immer noch angestellt. Schauspieler sind das nicht, ihre Verträge sind immer befristet und werden auf genau die Zeiten reduziert, in denen die Produktion sie „netto“ braucht. Und deswegen bekommt man so schlecht die Tage zusammen, die zum Bezug von ALG I berechtigen. Aber sich arbeitslos melden ist wichtig, um Beitragslücken zu vermeiden und die Rente zu sichern.

 

Zahlen:

Eine Aussage, die eine Studie der Forschungsgruppe Bema von der Universität in Münster bestätigt: Demnach haben 68,1 Prozent der befragten Schauspieler in den vergangenen zwölf Monaten nicht mehr als 30 240 Euro brutto verdient. Lediglich 4,7 Prozent der Befragten kamen auf einen Verdienst von mehr als 100 000 Euro.

Die Studie beleuchtet erstmals die genauen Lebensverhältnisse von Schauspielern. Dafür wurden von August bis September 2010 bundesweit Darsteller befragt, mehr als 700 beteiligten sich. Anlass war die Reform des Arbeitslosengeldes 1 durch Gesetzesänderungen von 2009. In dem Gesetz sind auch Bedingungen definiert, unter denen auch kurzzeitig und befristet Beschäftigte Arbeitslosengeld beziehen können sollen. Die Studie zeigt jedoch: Lediglich 4,6 Prozent der befragten Schauspieler profitieren davon.

Empfehlung der Antragskommission:

Die nicht behandelten Anträge (Dissens-Anträge) wurden an den Landesvorstand überwiesen. 
Ursprüngliche Empfehlung der AK: Überweisung an FA IX, FA XII Kulturpolitik (Kein Konsens)

Überweisen an:

Landesvorstand

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